Bildhauer der Spätgotik
Bekannt wurde er durch ausdrucksstarke Holz- und Steinskulpturen.
Diese Seite ordnet die digitalen Stationen historisch ein: Wer war Riemenschneider, wodurch wurden seine Figuren berühmt und warum ist sein Leben für Würzburg bis heute wichtig?
Die digitale Ausstellung verbindet historische Informationen mit 3D-Modellen, Audiospuren und Markern im Raum.
Eine verdichtete Einordnung für Besucherinnen und Besucher der AR-Ausstellung: kurz genug für den QR-Code im Schulhaus, aber mit genügend Tiefe für Interessierte.
Bekannt wurde er durch ausdrucksstarke Holz- und Steinskulpturen.
Seit den 1480er Jahren war Würzburg Zentrum seiner Werkstatt und seines Wirkens.
1504 wurde er Ratsmitglied, 1520 Bürgermeister der Stadt Würzburg.
Die Ereignisse von 1525 bedeuteten einen tiefen Einschnitt in seine Karriere.
Eine Kunstepoche um 1400 bis 1500. Figuren wirken oft sehr fein gearbeitet, emotional und detailreich.
Wer Bürgerrecht hatte, durfte in der Stadt rechtlich und wirtschaftlich stärker mitwirken.
Eine Zunftgemeinschaft für Maler, Bildhauer und verwandte Handwerke in Würzburg.
Tilman Riemenschneider wurde um 1460 in Heiligenstadt im Eichsfeld geboren. 1465 kam die Familie nach Osterode im Harz, nachdem der Vater Heiligenstadt verlassen musste.
1483 ist er in Würzburg als „Tylman Riemenschneider von Osterode, malerknecht“ in der Lukasbruderschaft belegt, der Zunft der Maler, Bildhauer und Glaser.
1485 heiratete er Anna Schmidt, die Witwe eines Goldschmieds. Dadurch erhielt er das Bürgerrecht der Stadt Würzburg und den Zugang zur Meisterwürde. In der Franziskanergasse gründete er auf dem Anwesen seiner Frau seine eigene Werkstatt.
Riemenschneider arbeitete in Lindenholz und Stein. Seine Werke gehören zur Spätgotik und verbinden handwerkliche Präzision mit menschlicher Ausdruckskraft.
1491 erhielt Riemenschneider den Auftrag, Adam und Eva für das Portal der Würzburger Marienkapelle zu schaffen.
Wichtige Aufträge waren unter anderem das Grabmal Rudolf von Scherenbergs, das Kaisergrab im Bamberger Dom und der Heiligblutaltar in Rothenburg.
1521 entstand die „Maria im Rosenkranz“ in der Wallfahrtskirche St. Maria im Weingarten in Volkach.
In der AR-Ausstellung werden diese Figuren durch Marker sichtbar. So kannst du Form, Haltung und Details direkt im Raum betrachten.
Adam entstand zwischen 1491 und 1493 für das Südportal der Würzburger Marienkapelle. Die Sandsteinfigur stand früher zusammen mit Eva hoch oben am Eingang der Kirche; heute befindet sich das Original im Museum für Franken.
Eva gehörte wie Adam zum Portal der Marienkapelle am Würzburger Marktplatz. In Haaren, Gesicht und ruhiger Körperhaltung erkennt man die sorgfältige Detailarbeit und die natürliche Darstellung, die für Riemenschneider typisch ist.
Anna selbdritt zeigt die heilige Anna zusammen mit Maria und dem Jesuskind. Die Figurengruppe macht ein zentrales religiöses Motiv anschaulich und verbindet Familiennähe mit spätgotischer Andacht.
Der Dornauszieher zeigt einen jungen Knaben, der ganz in seine Tätigkeit versunken ist. Die Haltung greift ein antikes Vorbild auf und lenkt den Blick auf Anatomie, Bewegung und einen fast alltäglichen Moment.
Der Heilige Sebastian entstand um 1515 und war ursprünglich wohl Teil eines Altars im mainfränkischen Raum. Statt drastischem Schmerz zeigt die Figur stille Ergebenheit, feine Muskulatur und eine sehr präzise Ausarbeitung.
Die Heilige Barbara entstand um 1510 und gehört heute zu den Glanzstücken im Museum für Franken. Ihr feines Gesicht, das stille Lächeln, das Gewand und die langen Locken zeigen Riemenschneiders besondere Eleganz in Holz.
Maria mit Kind entstand um 1520 aus Sandstein. Maria hält einen Schleier, auf dem das Jesuskind ruht; dadurch wirkt die Darstellung ruhig, innig und trotz des schweren Materials überraschend leicht.
Diese digitale Ausstellung wurde im P-Seminar Informatik 2025/2026 entwickelt. Sie verbindet historische Recherche, 3D-Modelle, Webtechnik und AR.js.
AR-Ausstellung öffnenMit fürstbischöflichen Aufträgen und wirtschaftlichem Erfolg stieg Riemenschneider in die Würzburger Oberschicht auf. 1504 wurde er Mitglied des Unteren Rats.
1520 erreichte er das höchste städtische Amt: Er wurde zum Bürgermeister von Würzburg gewählt. In dieser Zeit verschärften sich politische und religiöse Konflikte.
1525 gehörte Riemenschneider zu den Ratsmitgliedern, die sich dem Fürstbischof widersetzten. Nach der Niederlage wurde er gefangen genommen und auf der Festung Marienberg inhaftiert.
Geboren in Heiligenstadt im Eichsfeld.
Eintrag in der St.-Lukas-Gilde als „malerknecht“.
Heirat mit Anna Schmidt, Bürgerrecht und Gründung der Werkstatt.
Auftrag für Adam und Eva am Portal der Würzburger Marienkapelle.
Berufung in den Unteren Rat der Stadt Würzburg.
Wahl zum Bürgermeister der Stadt Würzburg.
Gefangennahme nach Widerstand gegen den Fürstbischof.
Am 7. Juli stirbt Tilman Riemenschneider in Würzburg.
Riemenschneider steht für die kulturelle Prägung Würzburgs und Mainfrankens. Seine Biografie verbindet Kunst, Stadtgeschichte, Bürgerstatus und politische Verantwortung.
„Künstler, Unternehmer und politisch handelnder Bürger in einer Zeit des Umbruchs.“